Geärgert.

Ein Analyseversuch.

Es ist kein Geheimnis, dass ich mit Frauen nicht so kann. Das ist nicht, weil ich nicht wollte, sondern, weil ich bei Frauen ständig anecke. Im realen Leben ist das nicht anders wie im virtuellen, natürlich nicht. Die Gründe dafür sind vielfältig, der signifikanteste ist wohl, dass ich alleine bei meinem Vater groß geworden bin.

Meistens halte ich mich deshalb einfach raus, steh am Rande, beobachte ein bisschen und bleibe für mich. Aber manchmal, da ärgere ich mich. Wirklich. Weil es nicht fair ist. Es ist diese unterschwellige Kommunikation, die mich angreift, die ihre Umgebung vergiftet.

Gestern z.B. schrieb ich einen Beitrag. Einen eigentlich augenzwinkernden. Er sollte positiv sein, war definitiv so gemeint und ein kleiner Feldzug gegen jene Menschen, die überall schlechte Laune verbreiten müssen und ihre eigenen Probleme zu den Problemen der ganzen Welt machen. Auslöser für den Artikel war eine Situation in einer Buchhandlung. Ich stand mit dem Kinderwagen vor einem Regal, stöberte in einem Buch, als eine Frau sich vor mir aufbaute und mir einen Blick zusandte, als wolle sie mir gleich an die Gurgel springen. Sie bedachte mich mit einem herablassenden, wütenden Blick, der in mir das Gefühl auslöste, mich dafür zu entschuldigen, dass ich überhaupt lebte. Mit gesenktem Haube fuhr ich den Wagen schnell davon, nur um mich an der nächsten Ecke zu ärgern. Was bildete sich die Kuh eigentlich ein, mich so zu behandeln? Hatte ich ihr etwas getan? Ging eine “Bitte” nicht auch freundlicher? Ist es denn so schwer, nett zu anderen Menschen zu sein?

Diese Situation verleitete mich zu meinem gestrigen Artikel. Diesen las eine Frau, die eine Fehlgeburt hinter sich hatte und darüber sehr unglücklich ist. Sie las meinen Artikel und fühlte sich offenbar angegriffen, denn sofort wurde ich vor anderen Frauen als arrogant bezeichnet, wurde abgestempelt, in eine Schublade gestopft und – dort vergessen.
Mich ärgert das. Mich ärgert, nicht persönlich angesprochen zu werden, mich ärgert dieses hinterrückige Verhalten. Mich ärgert, keine Gelegenheit zu bekommen, mich zu erklären.

Es ärgert mich, weil es so sinnlos ist. Weil es nur sinnloses Niedermähen eines Rasens ist, auf dem eventuell Freundschaften hätten gedeihen können.

Mein Wort zum Sonntag.

 

 

Eine Antwort

  1. Du hast vollkommen Recht. Und, wie immer, so wunderbare Worte dafür gefunden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.