Die Arena von Stephen King – gutes Buch! Leseempfehlung!
Ich hab ein Problem. Seit einigen Jahren schaffe ich es nicht mehr, Bücher zuende zu lesen. Zumindest einige nicht. Ich fange eines an und klappe es nach ein paar Seiten entnervt wieder zu. Bei uns stapeln sich die ungelesenen Bücher reihenweise und haben in mir eine undankbare Ignorantin gefunden.
Das Problem liegt dabei eigentlich nicht an den Schriftstellern, die machen gute Arbeit. Aber wenn man selber schreibt, Bücher analysiert, um deren Werkzeuge zu entschlüsseln und selbst anzuwenden, wenn man typische Konstruktionen von Geschichten auseinander pflückt und neu zusammen setzt und an Romanprojekten arbeitet, dann kann es einem passieren, dass man die Autoren durchschaut. Oder dass Gefühl hat, die schreiben, um zu schreiben, wie gut sie schreiben können. Oder die Pointe ist zu offensichtlich. Oder die Charaktäre sind zu durchsichtig. Irgendwas ist ja immer. Jedenfalls macht mir das Lesen weniger Spaß als früher, es ist zu harter Arbeit mutiert. Analysearbeit. Man kann von jedem ja etwas lernen.
Nur einer. Nur einer schafft es, dass ich mich in ein Buch hinein fallen lassen und wie in einen tiefen See abtauchen kann. Er schafft es, dass ich bis weit nach 2 Uhr morgens lese, im Bett unter der Decke und durch das schlafende Haus zum Kühlschrank schleiche, um mich für den nächsten Lesemarathon zu stärken (dabei hasse ich es, nachts zu essen). Er kitzelt das fantasiegepeitschte Mädchen in mir wach, das mit dem Protagonisten mitfiebert, mit den Fäusten in die Luft nach den imaginären Bösewichtern schlägt und sich vor dem Einschlafen an philosophischen Gedanken verliert, die das Buch hie und da aufwirbelt wie Wind das Herbstlaub auf der Straße.
Stephen King. Er ist einer der wenigen Schriftsteller, die mir tatsächlich ganz tief aus meinem Herzen schreiben, die meine Seele zum Klingeln bringen. Das ist nicht nur bloßer Horror oder Thriller, da ist Intelligenz drin, Witz und Weisheit. Und ganz viel Herzscheiße. Die dunkle Herzscheiße. Denn über die gute braucht man nicht zu schreiben.
Und wenn ich dann noch Sätze wie:
“Er fühlte sich darin so wohl wie eine Made in Hundekotze”, lese, dann, ja dann, bekomme ich eine Gänsehaut. Weil ich hoffe, dass eines Tages mir solche Sätze einfallen werden.
Meine bessere Hälfte warf mir vor einigen Jahren vor, kein Vorbild zu haben.
“Menschen brauchen Vorbilder”, schüttelte er den Kopf und ich habe sehr lange darüber nachgedacht. Und ich glaube, dass er Recht hat. Mittlerweile. Denn in Stephen King habe ich ein großes Vorbild gefunden und manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich über einen besonders ekelhaften, blutigen, sehr rotzigen Satz seinerseits schmunzeln muss. Weil ich erahnen kann, wieviel Spaß es gemacht haben muss, das zu schreiben.

Oohja! Nach meiner Ausbildung konnte ich und kann ich auch kein Plakat mehr ansehen ohne es zu analysieren. Ähnlich geht es mir mit Werbekampagnen, seit mich aus reinem Interesse damit beschäftige. Sobald Du ein Auge dafür entwickelst ist es nicht mehr leicht, sondern es beschäftigt Dich- nur eben andersrum. Und es ist nicht abschaltbar. Zumindest selten.
Mein Vorbild ist der Bernemann. Und wenn ich sein aktuelles Buch lese (deswegen lese ich extra lange und Häppchenweise dran), dann überkommt mich so viel Motivation, die ich in meinen eigenen Texten wiederentdecke.
Bewahr es Dir!
Ich weiß nicht.. Vllt. sind ja Evil und “der siebte Tod” auch was für Dich? Sicherlich nicht so wie ein King, aber meiner Meinung nach auch lesenswert.